10 Jahre Karrierepfade – und die Frage nach dem eigenen Weg

Ich erinnere mich noch gut an den Moment im Mai 2016, als ich meine Freiberuflichkeit offiziell gemacht habe. Kein großes Event, nur ein leiser Klick.

…und dann die Frage: War das jetzt mutig oder einfach nur naiv? Kurz darauf schrieb ich meiner Familie eine WhatsApp:

„Es ist soweit. Ich habe mich getraut. Wünscht mir Glück!“

Als ich damals gestartet bin, wusste ich weder, wie mein erster Auftrag aussehen würde, noch ob sich überhaupt jemand für meine Angebote interessieren würde. Gleichzeitig war bereits klar, dass wir für mehrere Jahre ins Ausland gehen würden.

Ich hatte kein fertiges Konzept und erst recht keinen Businessplan. Aber ich hatte Themen, für die ich brannte. Und ich hatte Fragen, viele Fragen! Heute weiß ich: Genau diese Fragen waren der Anfang von allem…

Ich wollte nie nur „Karriere planen“

Seit 2009 arbeite ich als Diplom-Psychologin in den Bereichen Personal- und Nachwuchsentwicklung sowie Aus- und Weiterbildung. Ich habe gesehen, wie viel Potenzial Menschen mitbringen – und gleichzeitig, wie oft sie daran zweifeln, irgendwie feststecken oder versuchen, in vorgegebene Wege zu passen.

Schon während meines Studiums an der TU Dresden war mir klar: Ich möchte Menschen dabei begleiten, herauszufinden, was für sie wirklich zu ihren Werten, Stärken und Zielen passt. Dass daraus einmal Karrierepfade entstehen würde, war damals zwar noch nicht in dieser Klarheit da. Aber die Richtung schon.

Mein Schritt ins Ausland – und mitten in ein Klischee

Eine der prägendsten Erfahrungen meiner Laufbahn war der Umzug mit Kind und Kegel nach Nordamerika.

Als wir 2016 aufgrund eines Jobangebots meines Mannes entschieden, für mehrere Jahre nach Kanada zu gehen, wurde ich plötzlich zur „mitgehenden Partnerin“. Und damit – zumindest in den Augen mancher – zur Person ohne eigene Karriere.

„Wie geht es dir damit, einfach nur mitzugehen?“
„Warum gibst du deine Karriere auf?“

Diese Fragen habe ich öfter gehört, als mir lieb war.

Was mich daran beschäftigt (auch heute noch), ist nicht nur die Frage selbst – sondern das Bild dahinter. Wie selbstverständlich Lebensentwürfe bewertet werden, die nicht in das gewohnte Raster passen. Wie schnell aus einer eigenen und bewussten Entscheidung ein „Mitlaufen“ gemacht wird.

Es war meine bis dato größte Entwicklungskurve

Was viele nicht gesehen haben: Unsere Entscheidung war für mich alles andere als ein Rückschritt – es war einer meiner wichtigsten persönlichen und fachlichen Entwicklungsschritte überhaupt.

Während ich durch die zahlreichen Dienstreisen meines Mannes oft viel Zeit quasi „alleinerziehend“ verbrachte, habe ich meine Freiberuflichkeit aufgebaut. Ich habe nicht nur einen funktionierenden Alltag für meine Familie im Ausland geschaffen, sondern auch gearbeitet, mich neu orientiert und meine Perspektive erweitert.

Auf meinem eigenen Weg habe ich erlebt, wie unterschiedlich Karriere gedacht wird. Wie stark äußere Erwartungen wirken können. Vor allem habe ich verstanden, wie viel Gestaltungskraft in vermeintlich „untypischen“ Wegen steckt. Diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute.

Was meine Arbeit ausmacht

Ich begleite Menschen genau in diesen Phasen:

  • Wenn sie sich beruflich (neu) orientieren und beginnen, sich selbst ehrlich zu reflektieren.
  • Wenn sie internationale Wege einschlagen – egal, ob nach Deutschland oder von hier aus ins Ausland.
  • Oder wenn Paare versuchen, Karriere und Familienleben miteinander in Einklang zu bringen – so, wie mein Mann und ich es selbst jeden Tag tun.

Mit Karrierepfade habe ich kein standardisiertes Angebot geschaffen – sondern Gelegenheiten, in denen Menschen ihre eigenen Antworten finden. Mein Ziel ist es, Räume für Reflexion, ehrliche Fragen und neue Perspektiven zu öffnen. Individuell und lösungsorientiert.

Ich arbeite mit Berufserfahrenen und Young Professionals – in Kassel, deutschlandweit und darüber hinaus. Mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Branchen und Lebensrealitäten. Im 1:1-Setting, aber gerne auch in Gruppen.

2016-2026: zehn besondere Jahre

Seit 2016 habe ich viele Menschen und ihre ganz individuellen Geschichten kennengelernt – in Phasen der Orientierung, Veränderung und Unsicherheit. Gleichzeitig bin ich diesen Weg selbst gegangen. Das war nicht immer einfach, manchmal sogar ziemlich kräftezehrend.

Was oft nicht sichtbar ist: Diese zehn Jahre waren nie „nur“ Freiberuflichkeit. Sie waren ein ständiges Austarieren. Zwischen Selbstständigkeit und Anstellung. Zwischen dem Wunsch nach Freiheit und dem Bedürfnis nach Sicherheit. Zwischen beruflicher Entwicklung und privaten Veränderungen.

Die Geburt meiner zweiten Tochter, mehrere Umzüge, Abschiede, Neuanfänge – all das und noch so viel mehr gehörte dazu…

Die Höhen und Tiefen…

Ganz bewusst habe ich mich für ein Modell entschieden, das für viele zunächst widersprüchlich klingt: Freiberuflichkeit und Anstellung parallel. Ein Spagat, der Organisation, Klarheit und teilweise auch Kompromisse erfordert.

Manchmal hat sich das leicht angefühlt. Manchmal ziemlich herausfordernd. Besonders in den Zeiten, in denen die Kinder klein waren und mein Mann fast 30% des Jahres auf Dienstreisen in Nordamerika war oder als er direkt nach unserer Rückkehr innerdeutsch versetzt wurde.

Es gab Phasen, in denen Termine kollidierten, die Betreuung unserer Kinder organisiert werden musste oder meine Gesundheit mir meine Grenzen gezeigt hat.

Vereinbarkeit, Selbstfürsorge, Grenzen ziehen…all das war eine steile Lernkurve.

Meine wichtigste Erkenntnis…

Wenn ich aus diesen zehn Jahren eine Sache mitgeben dürfte, dann diese: Karriere muss nicht geradlinig sein. Sie muss nicht perfekt sein. Aber sie sollte sich richtig anfühlen.

Es gab Momente, in denen ich gezweifelt habe. Phasen, in denen ich mich gefragt habe: „Lohnt sich der Aufwand und trägt sich das langfristig? Reicht das, was ich mache? Was mir dann geholfen hat, war kein perfekter Plan – sondern eine einfache Frage:

Warum mache ich das eigentlich?“

Was mich antreibt…

Was mich durch all die Jahre getragen hat, war mein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Und der Mut, meinen eigenen unperfekten Weg zu gehen. Ich habe in diesen zehn Jahren nicht nur andere Menschen begleitet – ich habe mich selbst immer wieder neu ausgerichtet, weitergebildet und gelernt, noch genauer hinzuhören.

Ich liebe meine Arbeit, weil sie genau dort ansetzt, wo es spannend wird:

  • Zwischen Wunsch und Realität.
  • Zwischen Zweifel und Entscheidung.
  • Zwischen „Ich müsste eigentlich“ und „Ich will wirklich“.

…und ich bin überzeugt: Wir können in unserem Leben vieles erreichen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder den Erwartungen anderer.

Danke

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die mich in den letzten Jahren unterstützt und begleitet haben.

Meiner Familie, die sich mit mir über neue Aufträge freut – und denen ich regelmäßig auch im Alltag die ein oder andere psychologische Frage stelle. 😉

Freunden und Bekannten, die sich für meine Arbeit interessieren – und die sich ab und zu selbst den einen oder anderen Tipp oder Rat bei mir abholen (jederzeit gern!).

Vor allem aber danke ich den einzelnen Menschen und Einrichtungen, die sich entschieden haben, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich freue mich über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde – und bin dankbar für mein Netzwerk, das über die Jahre gewachsen ist: weltweit, vielfältig und unglaublich inspirierend.

Last, but not least

Wenn ich heute gefragt werde, worauf ich stolz bin, dann sind es nicht die offensichtlichen Meilensteine – wie der erste Bildungsurlaub, den ich als Trainerin durchgeführt habe, oder die Veröffentlichung meines Buches. Es sind die vielen Gespräche. Die persönlichen Begegnungen. Die gemeinsame Entwicklung. Und die Frage, die alle verbindet:

„Was ist eigentlich mein eigener Weg?“

Wenn du bis hierhin gelesen hast, war vielleicht der ein oder andere Gedanke dabei, der auch etwas mit deinem eigenen Weg zu tun hat. Vielleicht stehst du gerade an einem Punkt, an dem sich etwas verändern soll. Oder du trägst schon länger eine Idee mit dir herum. Wenn du magst, teile das gern mit mir – ich freue mich über Austausch, Gedanken und Perspektiven.

Herzliche Grüße von Susan

P.s.: Falls du noch mehr von mir lesen oder wissen willst, wer der Mensch hinter Karrierepfade ist, dann empfehle ich dir diese Beiträge:

2016-2026: zehn Jahre Karrierepfade :o)

Wie ist es euch 2022 ergangen?

Liebe Leser*innen,

traditionell schreibe ich in den letzten Wochen des Jahres einen Rückblick auf die vergangenen Monate – über die Dinge, die mich beruflich und persönlich beschäftigt haben. Doch wenn ich auf das Jahr 2022 zurückblicke, fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden…

Die Welt hat sich einmal mehr verändert – und nicht nur mich – sondern viele Menschen wachgerüttelt und in ihren Grundfesten erschüttert. Es ist ein Jahr, in dem neue Kriege begonnen und alte Kriege weitergeführt wurden. Es ist ein Jahr, in dem noch einmal mehr Menschen weltweit auf die Straße gegangen sind, um zu demonstrieren – für die Zukunft, für ihre Rechte, für Freiheit – nicht nur für sich, sondern auch für ihre Mitmenschen und die nachfolgenden Generationen. Und es überrascht nicht, dass uns das beschäftigt, vielleicht Sorgen macht oder nachts wachhält, Fragen aufwirft, manches in ein anderes Licht rückt…

Doch darum soll es in meinem Rückblick nicht gehen – Analysen dieser Art überlasse ich den Expert*innen, die die Gabe haben, weltpolitische Zusammenhänge und Entwicklungen sachlich zusammenzufassen. Diese Zeilen sollen vielmehr ein kleines Lebenszeichen meinerseits sein, denn seit meinem letzten Beitrag auf dieser Seite ist bereits ein Jahr vergangen und auch auf meinen Social Media-Kanälen (LinkedIn, Instagram) war ich 2022 etwas weniger präsent als noch in den vergangenen Jahren.

Zunächst war 2022 ein Jahr, in das ich rasant und vor allem euphorisch gestartet bin. Denn zum ersten Mal seit der Gründung von Karrierepfade hatte ich mehr Anfragen nach Einzel- und Gruppencoachings, als ich stemmen konnte und startete eine Warteliste. Bedanken möchte ich mich daher an dieser Stelle von ganzem Herzen bei allen, die auch in diesem Jahr wieder Vertrauen in meine Arbeit und mich gesteckt haben. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich Sie und euch ein Stück des Weges begleiten durfte.

So war also mein Kalender bis zur späten Sommerpause gut gefüllt mit

  • fünf Coachingklient*innen und Mentees, mit denen ich in teilweise wöchentlichen Einzelsitzungen individuelle Karrierepläne erarbeitete bzw. die ich bei persönlichen Fragestellungen unterstützte,
  • drei Workshops für 40 Stipendiat*innen der Studienstiftung des Deutschen Volkes zum Thema „Auslandsaufenthalte – warum sie für unser Berufsleben wichtig sind“,
  • mehrteiligen internationalen Bewerbungstrainings und Gruppencoachings für fast 90 Studierende und Young Professionals in deutscher und englischer Sprache,
  • den Artikel „Erfolgreich entsenden – Wie Unternehmen Expats unterstützen können“, erschienen in personalmanager Ausgabe 3/22,
  • meiner Reise zur fünftägigen International Staff Week 2022 an der Rennes School of Business zum Thema Internationalisierung von Hochschulen (gefördert durch Erasmus+ im Rahmen meiner Tätigkeit an der Hochschule Fulda) und
  • nicht zuletzt mit der Koordination des Pre-College für internationale Studieninteressierte an der Hochschule Fulda.

Was soll ich sagen – nach dieser geschäftigen ersten Jahreshälfte war ich mehr als urlaubsreif 🙂

In den Sommerferien stand – zwei Jahre nach dem Umzug nach Deutschland – endlich die langersehnte Reise in die alte Heimat Kanada an, die zwar nicht sehr erholsam war (das sind „Heimaturlaube“ in den seltensten Fällen – Expats wissen, wovon ich spreche), dafür aber gefüllt mit unbeschreiblich herzlichen Wiedersehen in Windsor und zahlreichen neuen Eindrücken während eines Roadtrips durch Ontario und Quebec. Es folgten ein Wanderurlaub im Paznauntal, im Herbst ein Kurztrip ins Elsass und ein Wochenende in Brüssel.

Dass ich beruflich und privat in diesem Jahr die Landesgrenzen von Frankreich, Polen, USA, Kanada, Österreich, Schweiz und Belgien überschreiten durfte, bringt mein internationales Herz zum Hüpfen. Nicht zuletzt erfüllt es mich mit großem Stolz, dass mich in 2022 nicht nur meine Arbeit mit Karrierepfade, sondern auch mein Projekt an der Hochschule Fulda wieder mit Menschen aus mehr als 30 verschiedenen Ländern zusammenbrachte. Ich sehe darin meinen kleinen Beitrag dafür, die Welt ein Stück näher zusammenzubringen.

In der zweiten Jahreshälfte habe ich mich schließlich hauptsächlich auf Arbeiten hinter den Kulissen von Karrierepfade (z.B. Buchhaltung, welch‘ Vergnügen 😉 ) sowie die Koordination des Pre-College konzentriert. Nach mehreren Jahren im Turbogang habe ich einmal auf die Bremse getreten – Entschleunigung, Selbstfürsorge und Reflexion standen für mich in der zweiten Jahreshälfte im Vordergrund.

Die für mich persönlich wichtigste Lektion meines Jahres 2022:

Manchmal muss man kurz innehalten, einen Schritt zurücktreten und durchatmen, um anschließend mit neuer Kraft durchzustarten. Daher bin ich gespannt, was das Jahr 2023 für Karrierepfade bereithält – ich habe bisher nur wenige Pläne gemacht, aber vielleicht habt ihr Anliegen oder Wünsche an mich? Wo auf der Welt lest ihr diese Zeilen? Wie ist es euch 2022 ergangen? Welche Herausforderungen habt ihr gemeistert und was habt ihr gelernt?

Ich freue mich auf eure Nachrichten,
wünsche euch einen guten sowie hoffentlich gesunden Übergang ins neue Jahr
und sende herzliche Grüße aus Kassel in alle Welt,
eure Susan

Sieben entscheidende Tipps für dein Selbstmarketing

Es reicht heutzutage nicht mehr aus, einen herausragenden Lebenslauf zu haben. Du musst dich auch verkaufen können. In der zunehmend digitalen Welt spielt vor allem auch deine Präsentation im Internet eine zentrale Rolle.

Hast du einen 5-Jahres-Plan für deine Karriere? Wann hast du dich zum letzten Mal selbst gegoogelt? Welche Bedeutung hat es, „digitale Spuren“ zu hinterlassen?

Deine „digitalen Spuren“ verraten viel über dich – nutze sie entsprechend (Bild: Pixabay)

Wenn du den „digitalen Dresscode“ verstehst, kannst du dich als Experte etablieren und für potentielle Arbeitgeber sichtbarer werden. In diesem Beitrag gebe ich dir hierfür sieben hilfreiche Tipps.

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