Wie ist es euch 2024 ergangen?

Liebe Leserinnen und liebe Leser, vermutlich spreche ich nicht nur für mich selbst, sondern für viele Menschen, wenn ich sage:

2024 war ein sehr turbulentes und ereignisreiches Jahr, in dem wir alle mit Sicherheit unterschiedlichste größere und kleinere, berufliche und private Herausforderungen gemeistert haben oder auch immer noch daran arbeiten. An manchen Fragestellungen werden wir persönlich und beruflich gewachsen sein – andere beschäftigen uns vielleicht weiterhin nachhaltig. Auch weltweit haben sich in den vergangenen Monaten die Ereignisse überschlagen – und ich beobachte viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen mit großer Sorge, weil ich immer häufiger feststelle, dass sie uns Menschen auseinander statt zusammenbringen.

Wenn ich einen Wunsch für 2025 frei hätte, dann wünschte ich mir, dass wir alle uns mehr auf unsere Werte zurückbesinnen würden und noch viel stärker auf das schauen würden, was uns als Menschen verbindet – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer und ethnischer Herkunft, Hautfarbe und Nationalität, Bildung und beruflichem Status.

Von Jahr zu Jahr wird mir in diesem Zusammenhang bewusster, wie privilegiert ich bin – und ich spüre das vor allem auch in dem international und interkulturell geprägten Arbeitsumfeld, in dem ich mich bewege. Nach diesen einleitenden Worten, in denen sicherlich auch meine eigene Nachdenklichkeit zum Ausdruck kommt, blicke ich nun – wie es meine Tradition in den letzten Arbeitstagen des Jahres ist – zurück auf die vergangenen Monate…

Fachliche Weiterbildung und Netzwerkevents

In den vergangenen Monaten habe ich erfrischende Netzwerktreffen besucht, an inspirierenden Fachtagungen teilgenommen und mich an unterschiedlichen Aktionen beteiligt. Es gab viel fachlichen Input und intensiven Austausch. Hier ein Überblick:

  • Januar: Be There Certificate – 5 rules in supporting someone struggling with their mental health (2 Stunden Online-Kurs mit Zertifikat und Selbsterfahrung, verfügbar unter betherecertificate.org)
  • 29. Februar bis 1. März: Besuch der 42. Jahrestagung Internationale Studierende des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) in Bremen – gemeinsam mit meiner Kollegin Dr. Pouneh Ghaemdoust sowie Julia Pirzer von der Uni Frankfurt moderierte ich den 2,5-stündigen Workshop „Dem Fachkräftemangel entgegenwirken, Fachkräftegewinnung und Willkommenskultur“ (zum Programmheft)
  • 20. März: Weltglückstag 2024 #TeilDesGanzen (Beteiligung an der Puzzle-Aktion des Ministeriums für Glück und Wohlbefinden)
  • 16. Oktober: Wenn die Nacht keine Ruhe bringt – Hilfe und praktische Übungen bei Gedankenkreisen und nicht organischen Schlafstörungen (2 Stunden Onlineworkshop & Autogenes Training mit Heijko Bauer, angeboten von der Fachgruppe Entspannungsverfahren im Berufsverband für Deutsche Psychologinnen und Psychologen (BDP) im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit)
  • 25. Oktober: Working in Germany – resources and tools for creating a job searching strategy (Onlinevortrag von Renata Moreira, Career Service an der Uni-Kassel)
  • 30. Oktober: Berufsorientierung in Hessen stärken (Jahresveranstaltung 2024 des ESF+ Hessen, Bericht und Medien von der Tagung in Kassel)
  • November: That´s me / Bedenkenswerte Stärken – den eigenen Stärken (selbst-)bewusst auf die Spur kommen (7 Stunden Schulung und Selbstreflexion, Moderation durch Martina Richter)

Herrlich inspirierend und motivierend war der intensive Austausch mit gleichgesinnten Kolleg*innen während der 42. Jahrestagung des DAAD, die in diesem Jahr in meiner alten Heimat Bremen stattgefunden hat. Meine Kollegin Dr. Pouneh Ghaemdoust und ich durften das International Office der Hochschule Fulda vertreten und gemeinsam mit Julia Pirzer von der Goethe-Universität Frankfurt einen Workshop zum Thema Fachkräftegewinnung und Willkommenskultur in Deutschland moderieren. Auch wenn wir in so kurzer Zeit das Problem des Fachkräftemangels nicht lösen konnten, war es ein tolles Gefühl, mit über 30 Teilnehmenden des Workshops an diesem Thema zu arbeiten.

Fragen über Fragen – und wichtige Erkenntnisse

Brauchen wir mehr Angebote zur Berufsorientierung und Karriereplanung oder müssen sie nicht eher noch viel passgenauer gestaltet werden? Hat wirklich jeder eine Wahl bei der Entscheidung für einen Karriereweg oder wird die Berufswahl im Allgemeinen zu stark idealisiert? Werden wir nicht bereits von Kindesbeinen an beeinflusst durch unser persönliches Umfeld, Rollenbilder, Erwartungen an Geschlechter, Rollenkonzepte und Stereotype? Und welche Rolle spielt unser Selbstkonzept bei der beruflichen Orientierung?

Diese und weitere Fragen wurden aufgeworfen bei der Jahrestagung des ESF+ Hessen, die in diesem Jahr im Hallenbad Ost in Kassel veranstaltet wurde. Ein Heimspiel für mich also in einer sehr tollen Location, in der die Spuren der früheren Nutzung innenarchitektonisch super eingebaut wurden.

Die wichtigste Botschaft aus dieser Veranstaltung für mich und gleichzeitig Bestätigung für meine tägliche Arbeit: Berufsorientierung endet nicht mit dem Schulabschluss, sondern ist und bleibt auch darüber hinaus relevant (Stichwort: Lebenslanges Lernen in einer hochspezialisierten und akademisierten Arbeitswelt).

Ausgleich durch Freizeit und Familienleben

In diesem Jahr habe ich viel gelesen und so ist mein Bücherstapel gut gewachsen. Fragt gern nach, wenn ihr mehr über das ein oder andere Buch wissen wollt. Es waren einige besondere Highlights dabei, unter anderem: Acht Wölfe, 22 Bahnen, die Bücher über Gretchen, The Guilty Can’t Say Goodbye, Der Pakt der Frauen und Warte auf mich am Meer uvm.

Vorführungen meiner Töchter beim Trommelprojekt und im Zirkus, Gesangsauftritte und Vorspiele in der Musikschule waren entschleunigend und haben mich sehr stolz auf die Beiden gemacht. Rund um Kassel haben wir mit unserer Familienwandergruppe im Deutschen Alpenverein zahlreiche schöne Wanderungen unternommen und neue Ecken in unserer nordhessischen Wahlheimat erkundet. Unsere Urlaube haben wir in diesem Jahr auf einem fränkischen Bauernhof und in der sächsischen Schweiz verbracht sowie während einer Reise nach Zypern ein wunderschönes Land erkundet, das wir noch nicht kannten.

Nach wie vor engagiere ich mich auch im Kulturverein Nordshausen – dort haben wir in diesem Jahr wieder schöne Feste und Aktionen organisiert, um die Menschen in unserem „Dorf in der Stadt“ zusammenzubringen.

Und was gibt es Neues bei Karrierepfade?

Seit 2016 bis heute durfte ich knapp 500 Personen bei ihrer Karriereplanung, ihrem Berufseinstieg und/oder der beruflichen Neuorientierung in Deutschland und im Ausland begleiten.

Konkret habe ich in 2024 diese Veranstaltungen und Formate durchgeführt:

  • drei Workshops zum Thema „Auslandskompetenzen sammeln und international arbeiten“ im Rahmen des Digitalen Tags der Berufsorientierung für die Stipendiat*innen der Studienstiftung des Deutschen Volkes, März 2024
  • Vortrag „Mein digitaler Dresscode – 7 entscheidende Tipps für das Selbstmarketing im Internet“ sowie 20-minütige Einzeltermine zur Karriereberatung und Bewerbungs-Check im Rahmen des Karrieretags Kassel im Juni 2024
  • Onlinevortrag und offener Austausch „Wohin soll die Reise gehen? – Karriereplanung und berufliche Orientierung“ angeboten über die Volkshochschule Kassel im September 2024
  • 5-tägiger Intensivworkshop zum Thema „Die berufliche Zukunft aktiv gestalten – Ein Boxenstopp zur persönlichen Standortbestimmung, beruflichen Selbstreflexion und Setzung von Karrierezielen“ (anerkannt als Bildungsurlaub in Hessen) in Kooperation mit der Volkshochschule Kassel

Weiterhin koordiniere ich zudem das Vorbereitungsjahr Pre-College an der Hochschule Fulda, in dem wir junge Menschen aus aller Welt sprachlich, fachlich und interkulturell auf ihr Studium vorbereiten und den Grundstein für ihren späteren Berufseinstieg in Fulda und der Region Osthessen legen.

Es macht mir unfassbar viel Freude, Menschen bedürfnisorientiert und individuell in 1:1-Formaten zu unterstützen. Auch auf zahlreiche Gruppentrainings und -coachings kann ich nunmehr zurückblicken. Im Laufe der Jahre habe ich umfangreiche Arbeitsmaterialien entwickelt, die ich in meinem Karrierepfade-Workbook (Übungen, Reflexionsfragen und psychologische Impulse auf 60 Seiten) zusammengefasst habe.

Mal wieder etwas zum ersten Mal tun…

Das war eine unfassbare intensive Workshopwoche im November und ich bin sehr begeistert, dass mein erster Bildungsurlaub (als Trainerin) so gut nachgefragt war. Fünf volle Tage durfte ich mit acht ganz verschiedenen Menschen arbeiten und sie bei ihrer beruflichen Selbstreflexion unterstützen.

Ganz viel Psychologie, Gruppen- und Einzelcoachings standen auf dem Plan in 40 Unterrichtseinheiten verteilt auf fünf Tagen. Zum Glück gab es für alle ausreichend Nervennahrung, denn für Schnucke hat die super sympathische Workshopgruppe täglich gesorgt. Es war das erste Mal, dass ich einen Bildungsurlaub abgehalten habe und es hat mir viel Freude bereitet.

Wann habt ihr zum letzten Mal etwas zum ersten Mal getan?

…last, but not least – DANKE!

In der Adventszeit nehme ich mir ganz bewusst Zeit, um die vergangenen Monate zu reflektieren. Es ist für mich eine Zeit, meine Dankbarkeit und Wertschätzung auszudrücken und dies möchte ich an dieser Stelle tun. Ich bin sehr glücklich über jede einzelne Person, Einrichtung und Organisation, mit der ich in diesem und/oder den vergangenen Jahren zusammenarbeiten durfte. Danke für das Vertrauen in mich und meine Arbeit.

Ihr erhaltet diese Zeilen, weil ihr meinen Blog abonniert habt oder in der Vergangenheit bereits mit mir zusammengearbeitet habt. Sicherlich kennt ihr Menschen, die ich nicht kenne, die aber meine Liebe zur Psychologie, zum Lesen oder auch das internationale Mindset teilen? Dann erzählt ihnen gern von mir – nur so kann ich Gleichgesinnte treffen und darüber freue ich mich jedes Mal sehr. Ich treffe mich übrigens nach wie vor immer wieder dienstags zu virtuellen Kaffees oder Tees und lade euch hierzu für 2025 herzlich ein.

Vielleicht habt ihr ja Lust, mir kurz zu antworten: Wie war euer Jahr 2024 und was beschäftigt euch zurzeit am meisten? Was hat euch fachlich, beruflich und/oder persönlich umgetrieben? Welche Überschrift würdet ihr dem Jahr aus beruflicher Sicht geben?

Ich freue mich, von euch zu hören. Herzliche Grüße in alle Welt sendet euch Susan

P.s.: Hier findet ihr meine Jahresrückblicke 2023, 2022, 2021, 2020, 2019, 2018, 2017 und 2016 sowie Anregungen und Reflexionsfragen für euren eigenen Rückblick:

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