Es war einmal… – Klischees haben in der Berufswahl nichts zu suchen

Disney-Prinzessinnen und ihre Karriere (c) Matt Burt Design / Simple Thrifty Living

Meine fünfjährige Tochter sagte kürzlich, dass sie sich vorstellen könne, als Automechanikerin zu arbeiten. Ihr Gegenüber meinte daraufhin sofort „Aber das machen doch nur Männer.“ Da schrillten bei mir alle Alarmglocken und ich erklärte ihr

„Das stimmt so nicht. Wenn du das gerne machen möchtest, dann finde ich das toll. Es gibt keine Berufe, die nur Männer oder nur Frauen machen können. Die Welt steht dir offen und ich möchte, dass du träumst. Ich unterstütze dich dabei, egal welche Entscheidung du triffst.“

Gedacht habe ich etwas anderes. Denn die traurige Wahrheit ist:

Geschlechterklischees in der Berufswahl

Bei der Berufswahl und Karriereplanung spielen Geschlechterklischees und Rollenbilder leider immer noch eine viel zu große Rolle. Besonders in der Generation unserer Eltern sind diese Gedankenmodelle noch sehr verankert.

Ich lebe meinen Töchtern etwas anderes vor. Ich motiviere sie, Dinge zu probieren, die ihnen Angst machen oder Respekt einflößen. Ich zeige ihnen, dass es möglich ist, einem Beruf nachzugehen und gleichzeitig Mutter zu sein. Ich animiere sie zum Träumen. Ich rede mit ihnen über die Zukunft.

Mein Mann und ich sprechen mit den Kindern über unsere Berufe. Meine Tochter weiß, dass ihre Mama Psychologin ist und der Papa Geologe. Und sie weiß auch, was wir machen, wenn wir auf Arbeit sind. Sowohl mein Mann als auch ich haben ihr altersgerecht erklärt, was zu unseren Aufgaben gehört.

Märchenprinzessinnen als Vorbilder?

Klischees und Rollenstereotype schlagen uns überall entgegen, vor allem in Kinderbüchern oder -filmen. Die meisten kennen die Märchen mit den Prinzessinnen, die am Ende ihr privates Glück finden. Da sind zum Beispiel die Eisprinzessinnen Anna und Elsa, Rapunzel, Dornröschen, Pocahontas und so weiter.

Der Grafiker Matt Burt zeigt eine andere Seite der Prinzessinnen. Sein Ziel war es, die Märchenprinzessinnen als starke Persönlichkeiten zu zeichnen – in Berufsfeldern, die nach wie vor von Männern dominiert sind und zugleich zu ihrem Charakter passen. So forschen die Eisprinzessinnen Anna und Elsa beispielsweise zum Klimawandel, das schlafende Dornröschen ist Chefin einer Kaffeemarke und die musikalische Arielle betreibt ihr eigenes Musiklabel. Entstanden ist eine Reihe von wunderbaren Illustrationen:

Matt Burt und das Team von Simple Thrifty Living wollen damit inspirieren und daran erinnern, wie wichtig es ist, in einem Beruf zu arbeiten, den man gerne ausübt. Für jede der Prinzessinnen wird in einem kurzen Lebenslauf die Karriere zusammengefasst.

Jeder kann mitmachen!

Ich möchte dafür sensibilisieren, auch schon mit kleinen Kindern über Berufswahl, Rollenbilder und Geschlechterklischees zu sprechen.

Anregungen bieten die Geschichten „Ich habe eine Freundin, die ist [Berufsbezeichnung]“ bzw. „Ich habe einen Freund, der ist [Berufsbezeichnung]“, zu finden bei unterschiedlichen Anbietern. Zahlreiche akademische und Ausbildungsberufe werden in kurzweiligen Geschichten vorgestellt.

Meine Tochter mag auch sehr gerne die Geschichte „Mina will Chefin werden“, in der es nicht um Berufe für Mädchen, sondern um eine Haltung geht.

Hinweisen möchte ich auf folgende bundesweite Initiativen, die ich selbst auch unterstütze:

Für die Zukunft unserer Kinder

Mein Ziel ist es, eine Liste an Materialien (Bücher, Videos, Hörspiele etc.) zu erstellen, um Kinder und Jugendliche klischeefrei, spielerisch und altersgerecht auf Berufswahl und Karriereplanung vorzubereiten.

Macht ihr mit? Dann schreibt mir eine Mail an susan[at]karrierepfa.de oder verlinkt eure Tipps in den Kommentaren.

Ein Gedanke zu “Es war einmal… – Klischees haben in der Berufswahl nichts zu suchen

  1. Pingback: Der 18. März 2019 markiert den Equal Pay Day | Karrierepfa.de

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