Dossier: Wenn Deutsche aus dem Ausland zurückkehren – „Heimspiel“ oder Zerreißprobe?

Fast 3,5 Millionen Deutsche leben im Ausland (Quelle: DIA) und wie in jedem Jahr kommt besonders in den Sommermonaten viel Bewegung in das internationale Leben. Das ist dann auch die Zeit, in der viele Familien wieder nach Deutschland zurückkehren. Spätestens im Frühjahr beginnen die ersten Umzugsvorbereitungen und erfahrungsgemäß tauchen dann die meisten Fragen auf: Wie gestalten wir einen möglichst reibungslosen Umzug? Wie holen wir die Kinder mit ins Boot? Wie schwer wird uns der Abschied fallen? Wie gestalten wir die erste Zeit zurück in Deutschland? Die Entsandten äußern allerlei Hoffnungen zu ihrem Wiedereinstieg beim alten Arbeitgeber, ihre Partner wiederum denken gegebenenfalls über die berufliche Neuorientierung nach.

Vor einiger Zeit häuften sich Fragen wie diese nicht nur in meinen Email-Postfächern und in Gesprächen mit Kunden, sondern auch in diversen Expat-Netzwerken (z.B. Expatmamas oder Weltfrauen). Mit diesem Dossier (inklusive Download) möchte ich nicht nur auf die Chancen und möglichen Herausforderungen aufmerksam machen, sondern ebenfalls konkrete Tipps und hilfreiche Ressourcen teilen. Sowohl Rückkehrer als auch Familien und Freunde zuhause finden darin hoffentlich wertvolle Impulse.

Wenn die Zeit im Ausland langsam zuende geht

Nach Jahren im Ausland kommt für viele Familien irgendwann der Moment, an dem es (zurück) nach Deutschland geht. In den meisten Fällen, ist diese Rückkehr geplant, manche kehren jedoch auch aus beruflichen oder privaten Wünschen vorzeitig zurück.

Unabhängig von den Gründen für den Umzug nach Deutschland werden Hoffnungen, Erwartungen und Vorfreude wach, aber vielleicht machen sich in dieser Auf- und Umbruchsphase auch Sorgen breit. Und hier gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Umzug ins Ausland und dem Rückzug nach Deutschland. Denn während die meisten Familien bei Ersterem viele Hilfestellungen, Unterstützung und Interesse aus ihrem Umfeld erfahren, wird der Rückkehr häufig deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Wie selbstverständlich gehen nicht nur die entsendenden Unternehmen, sondern oftmals auch die Betroffenen selbst sowie ihre Familien und Freunde davon aus, dass sich schon alles finden wird. Schließlich kehrt man ja nach Hause zurück.

Doch viele Rückkehrer berichten im Nachhinein, dass gerade der Umzug nach Deutschland der schwierigste Part der gesamten Auslandserfahrung gewesen sei. Warum ist das so? Wo liegen die konkreten Herausforderungen? Was sind mögliche Fallstricke und wie kann man sich darauf vorbereiten?

Wenn du diesen Artikel liest, dann planst du vielleicht gerade selbst deine Rückkehr nach Deutschland oder aber du wartest gespannt darauf, dass Menschen, die dir nahestehen, aus dem Ausland zurückkehren. Daher möchte ich kurz noch einen Bogen schlagen:

Zum Alltag im Ausland – Same same, but different

Eine Auswanderung auf Zeit ist spannend und aufregend, andere berufliche Chancen und Herausforderungen ergeben sich (meist gepaart mit größerer Verantwortung), neue Freundschaften werden geschlossen und jede Chance für eine kurze Reise genutzt, um die Zeit bestmöglich zu genießen. Viele Menschen, die im Ausland leben, schätzen und lieben diese Freiheiten. Über die Jahre werden der Kopf und die Fotoalben mit reichlich Erinnerungen und Erfahrungen gefüllt. Die meisten Menschen, mit denen ich mich darüber austausche, erzählen mir, wie sehr sie sich persönlich verändert und welche unbekannten Seiten sie an sich entdeckt haben.

Doch obwohl viele Dinge neu, anders und abenteuerlich sind: Auch im Ausland lebt man das ganz „normale“ Leben und hat einen geregelten Alltag mit Arbeit, Schule, Freizeitaktivitäten, Haushalt etc. – eben allem, was auch im Heimatland dazugehört. Wenn ich mich mit der Familie, Freunden oder Bekannten in Deutschland austausche, gewinne ich manchmal den Eindruck, dass unser Auslandsaufenthalt auf sie wie ein längerer Urlaub wirkt. Dass wir zurück in Deutschland wieder unser „altes“ Leben aufnehmen, also in den realen „Alltag“ zurückkehren.

Hier entsteht ein Konfliktpotential, das Cate Brubaker wundervoll auf den Punkt gebracht hat: People assume that living abroad was simply a phase, and now that I’m back I’ll return to „real life.“ I’m frustrated that they don’t realize that being abroad was real life. – Das Umfeld nimmt an, dass das Leben im Ausland nur eine Phase gewesen sei und man nun in die Realität zurückkehrt…diese Diskrepanz ist nur eine von 25 möglichen Herausforderungen bei der Rückkehr ins Heimatland, die Cate in „The re-entry roadmap“ (ein wundervolles Arbeitsbuch zur Vorbereitung der Rückkehr ins Heimatland) auflistet.

Herausforderungen beim Umzug ins Heimatland…

Vor einem Umzug stehen viele logistische und organisatorische Fragen im Raum: Umzugstermin planen, Hab und Gut ausmisten, Kündigungen schreiben, Wohnungs-/ Haussuche in Deutschland, Kita-/ Hort-/ Schulanmeldung, Jobsuche, Flüge buchen etc. Eine übersichtliche Checkliste findest du hier. Außerdem habe ich hier 8 Tipps für den Umzug ins Ausland beschrieben, die ebenfalls bei der Rückkehr hilfreich sind.

Die organisatorischen Fragestellungen machen jedoch nur einen Bruchteil dessen aus, was zu einem internationalen Umzug dazugehört. Hier einige Beispiele, vor welche Herausforderungen die Rückkehr nach Deutschland die Betroffenen außerdem stellen kann (aber nicht muss!):

  • Freunde, Gepflogenheiten und Lifestyle, Essen, Freizeitaktivitäten, Orte aus dem Ausland werden vermisst (umgedrehtes Heimweh).
  • Während der Zeit im Ausland hat nicht nur man selbst sich verändert, sondern auch die deutsche Familie/ Freunde/ Bekannte – die gemeinsame Basis scheint verloren.
  • Zuhause fühlt sich auf einmal nicht mehr wie Zuhause an.
  • Niemand scheint sich für die Erlebnisse aus dem Ausland zu interessieren.
  • Das Leben in Deutschland fühlt sich wie ein Rückschritt an, man fühlt sich gefangen und nicht mehr so frei.
  • Freunde und Familie verletzt es, wenn man die gemischten Gefühle über die Rückkehr äußert.
  • Der Arbeitgeber hat keine Position, die an die internationalen Erfahrungen anknüpft.
  • uvm.

Welche weiteren Gründe fallen dir ein, warum die Rückkehr ins Heimatland schwierig sein könnte? Diese Frage habe ich als kurzen Impuls mit anschließender Reflexion aufbereitet (Impulse 1 und 2 im Download). Auch weitere Impulse für die Rückkehr aus dem Ausland findest du in diesem Dokument – hier herunterladen:

Kurzer Exkurs zum Rückkehrschock

Kürzlich habe ich ein Zitat von Robin Pascoe entdeckt, der die Rückkehr ins Heimatland mit vertauschten Kontaktlinsen vergleicht: Man sieht zwar alles, jedoch nur annähernd richtig. Dieses Gefühl wird auch als Rückkehrschock / Eigenkulturschock bezeichnet. Ähnlich wie der Kulturschock, den viele Menschen erleben, wenn sie zum ersten Mal für längere Zeit in einem fremden Kulturkreis leben, kann man sich auch bei der Rückkehr ins Heimatland fremd oder fehl am Platz fühlen.

Die Eingewöhnung kann mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern und umfasst verschiedene Phasen, die in einem U- bzw. W-Modell visualisiert werden (nach DuBois; Oberg; Lysgaard; Gullahorn und Gullahorn):

Phasen des Kultur-/ Rückkehrschocks bei Auslandsentsendungen (Illustration: Karrierepfade)

Wenn du dich für eine kurze Zusammenfassung interessierst, empfehle ich dir diese Prezi (englische Sprache).

Die Rückkehr positiv gestalten…

Nach den vorangegangenen Absätzen hast du vielleicht den Eindruck bekommen, dass ich der Rückkehr ins Heimatland eher kritisch gegenüberstehe. Im Gegenteil! Ich bin davon überzeugt, dass der Umzug mit der passenden Einstellung und der richtigen Vorbereitung für alle Beteiligten eine positive Erfahrung sein kann.

Bewusst habe ich zunächst Herausforderungen und mögliche Stolpersteine bei der Rückkehr beschrieben, um zu sensibilisieren und einen Dialog anzuregen. In den nächsten Abschnitten möchte ich nun zur Reflexion anregen und hilfreiche Tipps teilen.

1. Das richtige Mindset schaffen.

Während ich diese Zeilen schreibe, kommen mir die Lieder in den Sinn, die ich damals vor meinem eigenen Auslandsumzug gehört habe. Besonders die Worte von Andreas Bourani („Auf uns“) klingen in mir nach:

Wer friert uns diesen Moment ein?
Besser kann es nicht sein!
Denkt an die Tage, die hinter uns liegen!
[…]

Im Regen stehen wir niemals allein
Und solange unsre Herzen uns steuern,
Wird das auch immer so sein.

Ein Hoch auf das, was vor uns liegt,
Dass es das Beste für uns gibt!
Ein Hoch auf das, was uns vereint!
Auf diese Zeit!

Ein Hoch auf uns,
Auf dieses Leben,
Auf den Moment,
Der immer bleibt
!

Diese Worte können ein guter Wegweiser für Umzüge, Auf- und Umbruchssituationen sein. Die Freude und die guten Dinge aus dem aktuellen Leben im Herzen tragen und gleichzeitig positiv und zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Wie kannst du Liebgewonnenes beibehalten und dich auf Neues bzw. Altbekanntes freuen? Auch diese Frage habe ich als kurze Übung aufbereitet (Impuls 3 im Download). Diesen und weitere Impulse zur Rückkehr aus dem Ausland kannst du hier herunterladen:

2. Den Grundstein für die Rückkehr legen.

Noch während du im Ausland lebst, kannst du optimale Voraussetzungen für die Rückkehr nach Deutschland schaffen:

  • Halte regelmäßig Kontakt zu Familie und Freunden, aber auch deinen Vorgesetzten, Arbeitskollegen, Bekannten etc.
  • Beginne einige Monate vor der Rückkehr damit, dir ein Netzwerk aufzubauen bzw. reaktiviere alte Kontakte. Plane bereits die ersten Treffen mit der Familie, Freunden und guten Bekannten.
  • Mache dir deine persönliche Glücksliste: Notiere dir Dinge, auf die du dich in Deutschland freust. Siehe Impuls 4 „Happy-Liste Deutschland“ im Download.
  • Behandele den Umzug nach Deutschland wie eine erneute Entsendung. Reise etwa 4-6 Monate vor dem Umzug nach Deutschland und mache deinen individuellen Look and See-Trip. Falls du Kinder hast, dann halte die Eindrücke aus der Reise fotografisch fest und gestalte vielleicht ein Fotoalbum, sodass ihr euch die Bilder vor dem Umzug immer wieder ansehen könnt. Ich habe zum Beispiel für jede meiner Töchter für die Rückkehr nach Deutschland ein kleines (Bilder-)Buch erstellt.
  • Recherchiere schon vom Ausland aus nach Freizeitangeboten, Vereinen, Sportkursen etc.

Als Expat/ Entsandter:

  • Suche regelmäßig das Gespräch mit deinem deutschen Arbeitgeber sowie deinen ehemaligen Kollegen/innen. Sei nicht aus den Augen, aus dem Sinn. Plane ggf. Dienstreisen nach Deutschland ein.
  • Sei auf dem Laufenden, was die Entwicklungen im deutschen Unternehmen angeht, lass dir auch vom aktuellsten Klatsch und Tratsch berichten. Lies Unternehmensnews bzw. Pressemitteilungen und deutsche Fachliteratur. So bleibst du up to date!
  • Leider ist es immer noch sehr oft so, dass Unternehmen die Rückkehr ihrer Mitarbeiter aus dem Ausland nicht richtig vorbereiten und keine mittel-/ langfristige Stellenplanung haben. Wenn die Kollegen/innen dann zurückkehren, gibt es vielmals keinen adäquaten Posten bzw. keine Position, die dem erweiterten Erfahrungsschatz der Rückkehrer gerecht wird. Das führt zu Unzufriedenheit und erschreckend viele Mitarbeiter/innen verlassen nach der Rückkehr den deutschen Arbeitgeber (je nach Studie schwanken die Zahlen zwischen 30-70 %).

Als Expat-Partner/in (trailing spouse):

  • Bei den begleitenden Partner/innen gleicht keine Situation der anderen. Die Vorbereitung der Rückkehr ist also individuell sehr unterschiedlich und hängt davon ab, ob die Partner im Ausland/Deutschland arbeiten, in Deutschland zum alten Arbeitgeber zurückkehren können/wollen, ob man in die Heimatstadt zurückkehrt oder in einer anderen Stadt neu anfängt etc.
  • Als genereller Tipp: Das Netzwerk ist das A&O. Sobald du also weißt, an welchen Ort es gehen wird, solltest du beginnen, dir ein privates und berufliches Netzwerk aufzubauen. Das geht wunderbar über XING & LinkedIn (Kontakte zu ansässigen Unternehmen knüpfen, Gruppen), Instagram, Facebook (vor allem regionale Gruppen), Berufsverbände (diese haben meist Regionalgruppen), regionale und überregionale Netzwerke.
  • Plane dir Puffer ein. Vor allem, wenn du Kinder hast, solltest du dir ein bis zwei Monate nach der Rückkehr freihalten, um wieder ein Zuhause zu schaffen, Zeit für Wiedersehen zu haben und die Kinder einzugewöhnen. Beachte dies ggf. bei Bewerbungen, wenn nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt wird. Gönne dir diese Übergangszeit, damit du auch selbst einmal Luft holen kannst.

3. Den Abschied zelebrieren und bleibende Erinnerungen schaffen.

Du hast mehrere Jahre im Ausland gelebt – sicherlich hast du gemischte Gefühle vor, während bzw. nach dem Umzug. Schließlich lässt du dein aktuelles Leben, Freunde, liebgewonnene Gepflogenheiten zurück und beginnst einen neuen Alltag an einem anderen Ort. Lasse deine Emotionen (welche auch immer das sein werden) zu, das gehört beim Abschiednehmen dazu. Du darfst auch traurig sein.

Schaffe dir und deiner Familie Erinnerungen an die Zeit im Ausland:

  • Fotos von dir und deinen Freunden, von liebgewonnenen Orten, dem Haus, dem Arbeitsplatz.
  • Erinnerungsbox mit Fundstücken (Steine, Muscheln, getrocknete Blätter etc.), Münzen, Postkarten, Eintrittskarten, Stadtplänen etc.
  • Schmuckstück/ Kleidung mit regionalem Bezug oder ein Kunstwerk/ die CD eines ansässigen Künstlers.
  • Eine Bekannte hat dem Wohnort im Ausland einen Pflasterstein gespendet (dort wird dann der Familienname eingraviert, ein Teil der Familie bleibt also immer im Ausland).
  • Für die Kinder ein Freundebuch ausfüllen lassen, Videobotschaften der Freunde aufnehmen.
  • (Ich bin mir sicher, du ergänzt diese Liste um viele eigene Ideen.)

Viele veranstalten kurz vor dem Umzug eine Abschiedsfeier im kleinen oder großen Kreis, treffen sich nochmals mit allen Freunden und Wegbegleitern, planen noch eine längere Reise, bevor es zurück nach Deutschland geht oder eine ganz besondere Rückkehr, wie beispielsweise Nadine, die aktuell mit ihrer Familie von Singapur nach München auf dem Landweg und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückkehrt.

4. Beliebte Fehler bei der Rückkehr vermeiden

Im Austausch mit Rückkehrern sind mir zwei Vorgehensweisen aufgefallen, die bei den Betroffenen oftmals zu Schwierigkeiten bei der Rückkehr führen:

(a) Rückkehrer versuchen, nahtlos an ihr „altes“ deutsches Leben anzuknüpfen.

Dies führt häufig zu Enttäuschungen, weil nicht bedacht wird, dass sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland die Zeit weitergedreht hat. Freundschaften sind vielleicht nicht mehr das, was sie mal waren, Gesprächsthemen haben sich verändert, die alte Stelle hat eine andere Kollegin übernommen, berufliche Perspektiven fehlen, der Vorstand im Verein hat gewechselt, Freunde sind weggezogen etc.

(b) Rückkehrer sind gedanklich noch halb im Ausland und lassen sich nicht auf Deutschland ein.

Dies kann zu einem Stillstand oder zu Konflikten führen, weil Deutschland und das Leben im Ausland permanent verglichen werden. Das verletzt in den meisten Fällen Familie, Freunde oder Bekannte in Deutschland. Außerdem hat Deutschland hier in der Regel schlechte Karten, weil retrospektiv meist nur die guten Seiten der Auslandszeit gesehen werden.

Was ist also für die erste Zeit in Deutschland wichtig?

  • Lass dir Zeit, komme in Ruhe an und gönne dir Verschnaufpausen.
  • Schaffe dir ein Zuhause, in welchem du dich wohlfühlen kannst. Frage dich dazu am besten im Vorfeld, was du brauchst, um „Zuhause“ zu sein (siehe Impuls 5 „Was ist für dich Zuhause?“ im Download).
  • Umgib dich mit Menschen, die deine Erfahrungen verstehen und dir mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Das können Menschen sein, die ebenfalls eine gewisse Zeit im Ausland gelebt haben, oder aber Familie/ Freunde, die dich im Ausland besucht haben und somit deine „zwei Welten“ nachvollziehen können. Frage dich, wer dir in der aktuellen Situation guttut und mit wem du über welches Thema am besten sprechen kannst?

Rückkehr nach Deutschland mit Kindern.

Über die Besonderheiten, Chancen oder Herausforderungen bei der Rückkehr aus dem Ausland mit Kindern werde ich am besten noch einen eigenen Beitrag verfassen. Nur soviel: Je nach Alter der Kinder sollte man sich definitiv folgende Fragen stellen:

  • Vor welchen Herausforderungen steht das Kind bei der Rückkehr aus dem Ausland (Sprache, Schulkenntnisse, Routinen)?
  • Wie wurde das Kind sozialisiert? Ist es nach Pollock, van Reken und Pflüger ein „heimlicher Einwanderer“ (sieht gleich aus, denkt aber anders)? Falls ja, dann den Umzug nach Deutschland definitiv nicht herunterspielen, sondern nicht nur das Kind darauf vorbereiten, sondern auch das deutsche Umfeld (Kita, Schule, Hort) entsprechend sensibilisieren.

Buchtipps für Kinder: hier herunterladen.

Rückkehr nach Deutschland – in aller Kürze

In diesen Beitrag sind viele Erfahrungen aus Beratungen und dem Austausch mit Deutschen weltweit eingeflossen sowie meine eigenen Erlebnisse als Expat in Kanada.

Abschließend möchte ich dir zwei Fragen mit auf den Weg geben:

  1. Was hast du über dich gelernt, weil du im Ausland gelebt hast, und wie wirst du das zurück in Deutschland anwenden?
  2. Warum wird die Rückkehr nach Deutschland für dich eine positive Erfahrung und welchen Einfluss hast du selbst darauf?

Folgende Tipps haben sich aus meiner Beratungspraxis als besonders hilfreich herausgestellt:

  • Behandle den Umzug nach Deutschland wie eine erneute Entsendung und rechne damit, dass es Dinge gibt, an die du dich erst einmal gewöhnen musst, die dich stören oder die du richtig klasse findest. Sei offen für neue Erfahrungen.
  • Stürze dich nicht gleich in den Alltag, schaffe dir (d)ein Zuhause und nimm dir Zeit für Wiedersehen mit Familie und Freunden.
  • Erwarte nicht zuviel von deinem Umfeld, denn nicht Jeder kann die gemischten Gefühle bei der Rückkehr aus dem Ausland nachvollziehen. Nimm ggf. ein Coaching in Anspruch bzw. ein Training für Rückkehrer aus dem Ausland. Die wenigsten Unternehmen bieten dies aktiv an.
  • Sei geduldig mit dir selbst, deiner Familie und deinem deutschen Umfeld.

In eigener Sache: Erfahrungsberichte gesucht

So vielfältig wie die Länder sind, in denen Deutsche leben, genauso vielfältig sind die Geschichten bei der Rückkehr nach Deutschland. Sehr gerne möchte ich in einem meiner nächsten Artikel Erfahrungsberichte von der Rückkehr nach Deutschland teilen und würde mich freuen, wenn du ein Teil davon bist (natürlich gerne anonym).

Ich freue mich ebenfalls über Lessons Learned bei der Rückkehr nach Deutschland. Welchen Tipp würdest du anderen Rückkehrern geben? Was war der beste Tipp, den du selbst vor deiner Rückkehr erhalten hast.

Schreibe mir dazu gern an susan[at]karrierepfa.de.

Weitere Informationen

Hier kannst du die im Dossier erwähnten Impulse und Buchtipps herunterladen:

Viele Grüße aus Kanada, Susan

P.s.: In dieses Dossier sind viele Erkenntnisse aus Beratungen, eigene Erfahrungen und Recherche eingeflossen. Dennoch ersetzt dieser Artikel natürlich keine fachgerechte Beratung, Coaching bzw. Debriefing. Melde dich gern, wenn deine Rückkehr nach Deutschland bevorsteht und du dich darüber austauschen möchtest. Über meine Person und weitere Angebote, kannst du dich hier informieren.

Ein Gedanke zu “Dossier: Wenn Deutsche aus dem Ausland zurückkehren – „Heimspiel“ oder Zerreißprobe?

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